Fachfortbildungen

Alltagsfragen in der Kindertagespflege

Berufliche Fortbildung für Kindertagespflegepersonen

Das Amt für Kinder, Jugend und Familie fordert für die Dauer einer Pflegeerlaubnis einen Fortbildungsnachweis von durchschnittlich 15 Ustd. jährlich. Die hinter dem Titel in Klammern genannten Ustd. sind die angerechnete Zeit auf das notwendige Fortbildungskontingent. Selbstverständlich können auch Angebote anderer Bildungsanbieter wahrgenommen werden. Der thematische Bezug zur Kindertagespflege bzw. dem U3-Bereich muss dabei gegeben sein. Vor dem Hintergrund des Vernetzungsgedankens empfehlen wir pro Halbjahr einen Gesprächskreis des Netzwerk Kindertagespflege Bonn mit min. 3 Ustd zu besuchen.

Fortbildungsangebote für Kindertagespflegepersonen

Wichtiges für die Teilnahme:

Für alle Veranstaltungen ist eine rechtzeitige, schriftliche Anmeldung erforderlich. Mit Ihrer Anmeldung akzeptieren Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Familienbildung Werkstatt Friedenserziehung (WEF), die Sie hier nachlesen können: AGB WEF.

Zusätzlich finden Sie unter „Grundsätzliches“ alle relevanten Informationen zu den Fachfortbildungen.

Die Anmeldung verpflichtet unabhängig von der Teilnahme zur Zahlung des Teilnahmebeitrages. Mit dem Formular können Sie uns eine Einzugsermächtigung erteilen. 

Weitere Fort- und Weiterbildungsangebote finden Sie auf der Seite des Netzwerks Kindertagespflege Bonn https://www.netzwerk-kindertagespflege-bonn.de/qualifizierung/fachfortbildung/. Bitte verwenden Sie zur Anmeldung die dort genannten Adressen/Links.

Termine

Modul 2: „Momente der Engagiertheit“- in der Kindertagespflege (4 Ustd)

Beobachtung und Dokumentation – Sondermodul „Beobachtung und Dokumentation“

(bestehend aus 6 Modulen im Umfang von 36 Ustd)

Der gesetzliche Bildungsauftrag formuliert, dass Kindertagespflegepersonen mit dem Instrument der Beobachtung die individuellen Stärken der betreuten Kinder dokumentieren sollen.

Wie lässt sich die vom Gesetz beschriebene „regelmäßige alltagsintegrierte wahrnehmende Beobachtung des Kindes“ noch zusätzlich in den Betreuungsalltag aufnehmen, und welche Dokumentationsform ist die für mich als Kindertagespflegeperson passende und umsetzbare Methode?

Im Sondermodul „Beobachtung und Dokumentation“ werden in insgesamt 36 Unterrichtsstunden veranstaltet.

Empfohlen wird als erstes die Veranstaltung „Beobachtungsmethoden und Einführung“ zu besuchen und anschließend in weiteren Veranstaltungen die Methoden der Dokumentation kennenzulernen.

Die Module sind auch einzeln buchbar und auch in den nächsten Halbjahren werden Themen des Sondermoduls angeboten.

Werden alle Module besucht, bekommen Sie auf Wunsch das Zertifikat „Beobachtung und Dokumentation“ ausgehändigt. Hierzu ist eine Vorlage aller Einzelzertifikate notwendig.

Modul 2: „Momente der Engagiertheit“- in der Kindertagespflege

Die Beobachtungs- und Dokumentationsmethode „Momente der Engagiertheit“ wurde vom Landesverband Kindertagespflege NRW e.V. entwickelt. Situationen, in denen Kinder besonders intensiv dabei und motiviert sind, werden festgehalten. Diese Momentaufnahmen helfen dabei, die Interessen und Lernwege der Kinder besser zu verstehen und gezielte Bildungsmaßnahmen zu planen. Die Methode umfasst verschiedene Werkzeuge wie Beobachtungsbögen, Portfolios und Reflexionsbögen.

Beide Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden (Modul 2: Momente der Engagiertheit und Modul 3: Entwicklungsbogen nach Emmi Pikler) orientieren sich an der Praxis der Kindertagespflege und werden im Seminar praktisch geübt.

Veranstaltungsort:

Online-Veranstaltung durch ZOOM

Noch freie Plätze

Datum:14.04.2026
Uhrzeit: 17:30 bis 20:30 Uhr
Leitung: Nadja Hermes-Dyck, Erzieherin, Kindertagespflegeperson und Sozialpädagogin
Teilnahmegebühr: 12,00 €

Prävention im Kinderschutz (5 Ustd)

Jedes Kind hat das Recht, sicher aufzuwachsen!

Kinder haben besondere Bedürfnisse und bedürfen besonderen Schutz.
Als Kindertagespflegeperson hat das Wohl der zu betreuenden Kinder höchste Priorität.

Doch wie sieht nun Ihre Rolle im Kinderschutz konkret aus?

Wie können Sie eine potenzielle Kindeswohlgefährdung erkennen, und wie gehen Sie damit um?

Diese Fortbildung veranschaulicht, was Kindeswohlgefährdung bedeutet, welche Rolle die Kindertagespflege dabei einnimmt, sensibilisiert die Wahrnehmung verschiedener Anhaltspunkte einer potentiellen Kindeswohlgefährdung, macht Sie mit den aktuellen -fachlichen, rechtlichen und kommunalen- Grundlagen zum professionellen Handeln bei einer Kindeswohlgefährdung vertraut, veranschaulicht die Rechte der Kinder und schafft dadurch mehr Handlungssicherheit.

Veranstaltungsort:

Familienbildung Werkstatt Friedenserziehung
Dyroffstr. 2
53113 Bonn

Noch freie Plätze

Datum:20.04.2026
Uhrzeit: 09:30 bis 14:00 Uhr
Leitung: Marie Herwig, Kindheitspädagogin und Dozentin
Teilnahmegebühr: 15,00 €

Entwicklungsbogen nach Emmi Pikler (4 Ustd)

Pflegesituationen gehören zum Alltag in der Kindertagespflege und bieten gleichzeitig wertvolle Momente echter Beziehung. Nach dem Ansatz von Emmi Pikler ist Pflege weit mehr als Routine – sie ist eine Gelegenheit zur achtsamen, respektvollen Begegnung zwischen Erwachsenen und Kind.

In der individuellen Zuwendung während der Pflege entstehen Vertrauen, Sicherheit und die Grundlage für echte Kooperation.

Der Workshop lädt dazu ein, die eigene Haltung zu reflektieren und Pflegeprozesse als dialogisches Geschehen zu verstehen. Im Mittelpunkt stehen Achtsamkeit, Verlässlichkeit und die Förderung der Eigenaktivität des Kindes. Erfahren Sie, wie Pflege zu einer unmittelbar wirksamen Form von Beziehungsarbeit wird – und warum jedes Kind gerne kooperiert, wenn es sich verstanden fühlt.

Veranstaltungsort:

Online-Veranstaltung durch ZOOM

Noch freie Plätze

Datum:21.04.2026
Uhrzeit: 17:30 bis 20:30 Uhr
Leitung: Nadja Hermes-Dyck, Erzieherin, Kindertagespflegeperson und Sozialpädagogin
Teilnahmegebühr: 12,00 €

Autismus – was bedeutet das eigentlich? Eine Einführung in das Spektrum von Autismus (4 Ustd)

Menschen, die die Diagnose Autismus haben oder bei denen der Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung besteht, zeigen Auffälligkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen, die wiederum sogenannten Symptombereichen Sprache und Kommunikation, soziale Interaktion und Beschäftigungen und Verhaltensweisen zugeordnet werden. Darüber hinaus sind die Wahrnehmung und ihre Verarbeitung betroffen.

Die Diagnose gilt als „Puzzle-Diagnose“ – dies bedeutet, dass individuell Auffälligkeiten beobachtbar sind und beschrieben werden. Festgelegte Kriterien müssen erfüllt sein und in die Symptombereiche eingeordnet werden können.

Das Verhalten, das diese Kinder im Alltag zeigen, kann verwunderlich, herausfordernd, irritierend oder befremdlich wirken, und erfordert meist eine andere Weise der Begegnung und Pädagogik.

In diesem Seminar liegt der Schwerpunkt auf der Fragestellung, aufgrund welcher Symptome die Diagnose „Autismus“ gestellt wird, und wie sich Autismus individuell im Alltag zeigen und auswirken kann.

Die verschiedenen Bezeichnungen, die aktuell kursieren – wie Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Autismus-Spektrum-Störung – werden sowohl anhand der noch gängigen ICD-10-Definition als auch der Domänen des DSM-5 kurz besprochen.

Auf dieser Grundlage werden Verhaltensweisen, die beobachtbar sind, aber auch Auswirkungen, die weniger sichtbar sind, nachvollziehbarer und ermöglichen einen neuen Blickwinkel auf Stolpersteine, die es im Alltag miteinander geben kann.

Die Theorie soll anhand von Fallbeispielen und Filmmaterial in die Praxis übertragen sowie mit den Erfahrungen der Teilnehmenden verknüpft werden.

Veranstaltungsort:

Familienbildung Werkstatt Friedenserziehung
Dyroffstr. 2
53113 Bonn

Noch freie Plätze

Datum:13.05.2026
Uhrzeit: 18:30 bis 21:30 Uhr
Leitung: Sandra Gothsch, Diplomheilpädagogin, Autismustherapeutin, Dozentin für Tri.A.S. (Trier Aggressionsbehandlungs- und Sicherheitsprogramm), Marte Meo- Practitioner und Therapist, Marte Meo-Colleague Trainer (i.A.u.S.)
Teilnahmegebühr: 12,00 €

Marte Meo – aus eigener Kraft (4 Ustd)

Marte Meo kommt aus dem Lateinischen und meint „aus eigener Kraft“. Die Methode wurde seit den frühen 80er Jahren von Maria Aarts entwickelt, ist stets im Prozess der Weiterentwicklung und wird inzwischen weltweit als Entwicklungsunterstützung genutzt und angewendet.

Marte Meo ist entwicklungs-, beziehungs- und ressourcenorientiert und richtet sich an Eltern und Bezugspersonen. Das zentrale Anliegen von Marte Meo ist, Fähigkeiten aufzuzeigen und zu aktivieren und dient so der Entwicklungsunterstützung. Dies geschieht, indem gute Interaktionsmomente wahrgenommen werden, die die Entwicklung des Kindes anregen.

Marte Meo findet im Alltag statt und bleibt dadurch nicht theoretisch, sondern vermittelt praktisch und konkret, wie durch Unterstützungsmomente das Kind gefördert wird. Durch „Aufmerksam warten – der Initiative des Kindes folgen – Benennen, was das Kind tut“ und „Positiv Leiten“ können Eltern und pädagogischen Fachkräfte alltägliche Situationen nutzen, um das Kind zu befähigen, sich aus eigener Kraft weiterzuentwickeln.

Beim Info-Abend Marte Meo wird die Methode vorgestellt und ein erster Eindruck vermittelt. Da die gemeinsame Arbeit mit Marte Meo videobasiert ist und von Bildern lebt, wird dies auch die Herangehensweise an diesem Abend sein.

Das Angebot richtet sich an Interessierte – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!

Veranstaltungsort:

Familienbildung Werkstatt Friedenserziehung
Dyroffstr. 2
53113 Bonn

Noch freie Plätze

Datum:03.06.2026
Uhrzeit: 18:30 bis 21:30 Uhr
Leitung: Sandra Gothsch, Diplomheilpädagogin, Autismustherapeutin, Dozentin für Tri.A.S. (Trier Aggressionsbehandlungs- und Sicherheitsprogramm), Marte Meo- Practitioner und Therapist, Marte Meo-Colleague Trainer (i.A.u.S.)
Teilnahmegebühr: 12,00 €