Fachfortbildungen
Alltagsfragen in der Kindertagespflege
Berufliche Fortbildung für Kindertagespflegepersonen
Das Amt für Kinder, Jugend und Familie fordert für die Dauer einer Pflegeerlaubnis einen Fortbildungsnachweis von durchschnittlich 15 UStd jährlich. Die hinter dem Titel in Klammern genannten Ustd sind die angerechnete Zeit auf das notwendige Fortbildungskontingent. Selbstverständlich können auch Angebote anderer Bildungsanbieter wahrgenommen werden. Der thematische Bezug zur Kindertagespflege bzw. dem U3-Bereich muss dabei gegeben sein. Vor dem Hintergrund des Vernetzungsgedankens empfehlen wir pro Halbjahr einen Gesprächskreis des Netzwerk Kindertagespflege Bonn mit mind. 3 Ustd zu besuchen.
Fortbildungsangebote für Kindertagespflegepersonen
Wichtiges für die Teilnahme:
Für alle Veranstaltungen ist eine rechtzeitige, schriftliche Anmeldung erforderlich. Mit Ihrer Anmeldung akzeptieren Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Familienbildung Werkstatt Friedenserziehung (WEF), die Sie hier nachlesen können: AGB WEF.
Zusätzlich finden Sie unter „Grundsätzliches“ alle relevanten Informationen zu den Fachfortbildungen.
Die Anmeldung verpflichtet unabhängig von der Teilnahme zur Zahlung des Teilnahmebeitrages. Mit dem Formular können Sie uns eine Einzugsermächtigung erteilen.
Weitere Fort- und Weiterbildungsangebote finden Sie auf der Seite des Netzwerks Kindertagespflege Bonn https://www.netzwerk-kindertagespflege-bonn.de/qualifizierung/fachfortbildung/. Bitte verwenden Sie zur Anmeldung die dort genannten Adressen/Links.
Termine
Modul 1: Beobachtungsmethoden in der Kindertagespflege und Einführung (6 Ustd)
Im Einführungsseminar „Beobachtung“ werden theoretische Grundlagen der Beobachtung vermittelt:
- Bedeutung und Ziele der Beobachtung
- Bewusste, unbewusste, selektive Wahrnehmung
- Freie und systematische Beobachtung sowie derer Vor- und Nachteile
- Übersicht über die unterschiedlichen Beobachtungsmethoden
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- Praxistransfer anhand der Praxisübungen in Kleingruppen oder als Paaraufgabe
- Reflexion, Austausch und Diskussion der Ergebnisse
| Datum: | 07.11.2026 |
| Uhrzeit: | 15:00 bis 20:00 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Familienbildung |
| Leitung: | Nadja Hermes-Dyck |
| Max. Teilnehmerzahl: | 14 |
| Teilnahmegebühr: | 18 € |
Prävention im Kinderschutz (5 Ustd), Bildungstag
Jedes Kind hat das Recht, sicher aufzuwachsen!
Kinder haben besondere Bedürfnisse und bedürfen besonderen Schutz.
Als Kindertagespflegeperson hat das Wohl der zu betreuenden Kinder höchste Priorität.
Doch wie sieht nun Ihre Rolle im Kinderschutz konkret aus?
Wie können Sie eine potenzielle Kindeswohlgefährdung erkennen, und wie gehen Sie damit um?
Diese Fortbildung veranschaulicht, was Kindeswohlgefährdung bedeutet, welche Rolle die Kindertagespflege dabei einnimmt, sensibilisiert die Wahrnehmung verschiedener Anhaltspunkte einer potentiellen Kindeswohlgefährdung, macht Sie mit den aktuellen -fachlichen, rechtlichen und kommunalen- Grundlagen zum professionellen Handeln bei einer Kindeswohlgefährdung vertraut, veranschaulicht die Rechte der Kinder und schafft dadurch mehr Handlungssicherheit.
| Datum: | 16.11.2026 |
| Uhrzeit: | 09:30 bis 14:00 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Familienbildung |
| Leitung: | Marie Herwig |
| Max. Teilnehmerzahl: | 14 |
| Teilnahmegebühr: | 15 € |
Neurodiversität und Neurodivergenz – wie normal ist besonders? (4 Ustd) (1 Termine)
Wir sind in derselben Situation, wir teilen in diesem Moment ein gemeinsames Setting – und dennoch erleben wir unterschiedliche Eindrücke. So ähnlich wir uns häufig sind, so verschieden sind wir doch und das nicht nur, weil wir unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Einflüssen sind.
Unsere Gehirne verarbeiten Eindrücke, Anforderungen und Sinneswahrnehmungen so individuell, wie wir uns durch unsere Fingerabdrücke unterscheiden. Wir sind neurodivers. Dennoch gelingt es der Mehrheit in einer Bevölkerung(sgruppe), ein gemeinsames, ausgehandeltes Schema von Normalität und angemessenen Verhaltensmustern zu teilen. Es fällt uns auf, wenn es einem Menschen nicht gelingt, sich diesen Anforderungen in sozialen Kontexten und bei der Bewältigung von alltäglichen Herausforderungen anzupassen.
„Jetzt haben auf einmal alle ADHS…“ – „Autismus – das hat doch im Moment jeder!“ – „Also das kenne ich aber auch bei mir.“ – „Das ist doch eine Modediagnose.“
In Social Media, in gesellschaftlichen Debatten und in vielen Gesprächen tauchen immer mehr klinische Diagnosen als allgemeingültige Begrifflichkeiten auf. Informationen und Fehlinformationen verbreiten sich schneller und auf unterschiedlichsten Kanälen. Die Schwierigkeiten, Falsches von Richtigem zu unterscheiden ist eine Herausforderung, die auch Gespräche in pädagogischen Zusammenhängen und den Umgang mit der Vielfalt von Menschen verstärkt beeinflusst.
Doch was bedeutet neurodivers, neurodivergent, neurotypisch eigentlich? Und welche Auswirkungen kann es haben, wenn ein Mensch in das autistische Spektrum eingeordnet wird, mit AD(H)S diagnostiziert wurde oder sogenannte Teilleistungsstörungen wie Lese-Rechtschreibstörung oder Dyskalkulie das Leben beeinflussen? Wie kann sich Hochsensibilität oder Hochbegabung auswirken? Ab wann sprechen wir von Neurodivergenz und was, wenn ich davon ausgehe, dass auch neurodivergent sein eigentlich ganz normal ist? Welche Schwierigkeiten begleiten den Alltag betroffener Menschen, die durch eine Verallgemeinerung klinischer Symptome entstehen?
Die Teilnehmer:innen sollen die Möglichkeit haben, offen zu diskutieren, ihre persönlichen Eindrücke mit Fachwissen abzugleichen und ihre Sensibilität im Umgang mit der Thematik zu erhöhen.
| Datum: | 18.11.2026 |
| Uhrzeit: | 18:30 bis 21:30 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Familienbildung |
| Leitung: | Sandra Gothsch |
| Max. Teilnehmerzahl: | 14 |
| Teilnahmegebühr: | 12 € |
Modul 2: „Momente der Engagiertheit“- in der Kindertagespflege (4 Ustd)
Die Beobachtungs- und Dokumentationsmethode „Momente der Engagiertheit“ wurde vom Landesverband Kindertagespflege NRW e.V. entwickelt. Situationen, in denen Kinder besonders intensiv dabei und motiviert sind, werden festgehalten. Diese Momentaufnahmen helfen dabei, die Interessen und Lernwege der Kinder besser zu verstehen und gezielte Bildungsmaßnahmen zu planen. Die Methode umfasst verschiedene Werkzeuge wie Beobachtungsbögen, Portfolios und Reflexionsbögen.
Beide Beobachtungs- und Dokumentationsmethoden (Modul 2: Momente der Engagiertheit und Modul 3: Entwicklungsbogen nach Emmi Pikler) orientieren sich an der Praxis der Kindertagespflege und werden im Seminar praktisch geübt.
| Datum: | 26.11.2026 |
| Uhrzeit: | 17:30 bis 20:30 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Zoom-Veranstaltung |
| Treffpunkt: | Online |
| Leitung: | Nadja Hermes-Dyck |
| Max. Teilnehmerzahl: | 20 |
| Teilnahmegebühr: | 12 € |
Autismus – was bedeutet das eigentlich? Eine Einführung in das Spektrum von Autismus (4 Ustd) (1 Termine)
Menschen, die die Diagnose Autismus haben oder bei denen der Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung besteht, zeigen Auffälligkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen, die wiederum sogenannten Symptombereichen Sprache und Kommunikation, soziale Interaktion und Beschäftigungen und Verhaltensweisen zugeordnet werden. Darüber hinaus sind die Wahrnehmung und ihre Verarbeitung betroffen.
Die Diagnose gilt als „Puzzle-Diagnose“ – dies bedeutet, dass individuell Auffälligkeiten beobachtbar sind und beschrieben werden. Festgelegte Kriterien müssen erfüllt sein und in die Symptombereiche eingeordnet werden können.
Das Verhalten, das diese Kinder im Alltag zeigen, kann verwunderlich, herausfordernd, irritierend oder befremdlich wirken, und erfordert meist eine andere Weise der Begegnung und Pädagogik.
In diesem Seminar liegt der Schwerpunkt auf der Fragestellung, aufgrund welcher Symptome die Diagnose „Autismus“ gestellt wird, und wie sich Autismus individuell im Alltag zeigen und auswirken kann.
Die verschiedenen Bezeichnungen, die aktuell kursieren – wie Frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Autismus-Spektrum-Störung – werden sowohl anhand der noch gängigen ICD-10-Definition als auch der Domänen des DSM-5 kurz besprochen.
Auf dieser Grundlage werden Verhaltensweisen, die beobachtbar sind, aber auch Auswirkungen, die weniger sichtbar sind, nachvollziehbarer und ermöglichen einen neuen Blickwinkel auf Stolpersteine, die es im Alltag miteinander geben kann.
Die Theorie soll anhand von Fallbeispielen und Filmmaterial in die Praxis übertragen sowie mit den Erfahrungen der Teilnehmenden verknüpft werden.
| Datum: | 09.12.2026 |
| Uhrzeit: | 18:30 bis 21:30 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Familienbildung |
| Leitung: | Sandra Gothsch |
| Max. Teilnehmerzahl: | 14 |
| Teilnahmegebühr: | 12 € |